Das kleine Grosz Museum

Tickets

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Regulär: 10€
Ermäßigt: 6€
Gruppen & Führungen: auf Anfrage

Expertenführung:
Am 1. und 3. Montag im Monat (à 20€ / erm. 10€ p. P.) nur mit Anmeldung per E-Mail

 

Öffnungszeiten

Mo: 11:00 – 18:00 Uhr
Di: geschlossen
Mi: geschlossen
Do: 11:00 – 18:00 Uhr
Fr: 11:00 – 18:00 Uhr
Sa: 11:00 – 18:00 Uhr
So: 11:00 – 18:00 Uhr
George Grosz auf dem Dach des schwiegerelterlichen Hauses Savignyplatz 5, 1928,
(Fotografie: Lotte Schmalhausen)
Passanten, Berlin, 1926,
Aquarell, Rohrfeder und Feder mit weißer Höhung auf Papier, 51,9 x 63,4 cm, Sammlung Judin

Ausstellungen

Aktuelle Sonderausstellung

1922 – George Grosz reist nach Sowjetrussland

24.11.2022 – 31.03.2023

In der Autobiografie Ein kleines Ja und ein großes Nein von George Grosz finden sich nur wenige Informationen zu der Reise, die der Künstler 1922 nach Moskau und Petrograd unternahm. Demnach sei Grosz mit dem dänischen Autor Martin Andersen Nexö wegen eines Buchprojekts nach Sowjetrussland gereist. Dort habe er den avantgardistischen Künstler Wladimir Tatlin und den Politiker Karl Radek getroffen, sowie eine Audienz bei Lenin gehabt. Nach seiner Rückkehr im Folgejahr 1923 sei Grosz aus der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) ausgetreten. In der späteren Betrachtung wird diese Reise allgemein als Auslöser für seine Abkehr vom Kommunismus interpretiert.

Revolution, 1925, Tuschpinsel, Rohrfeder und Feder über leichter Vorzeichnung mit Bleistift, 64,9 x 52,6 cm, George Grosz Estate

Was davon aber ist Wahrheit, was ist Dichtung? Was hat Grosz mehrere Monate dort gemacht, wen hat er getroffen? Hat er sich wirklich unmittelbar nach der Reise vom Kommunismus abgewandt? Warum gibt es nur Skizzen von der Reisestation in Norwegen, aber kein Werk aus Russland?

Zum 100-jährigen Jubiläum von Grosz' Reise widmet sich die zweite Sonder­ausstellung im Das kleine Grosz Museum der bisher unerforschten Sowjet­russ­land­reise des Künstlers. Erstmalig werden die Vorgeschichte, nähere Begleit­umstände und die Ereignisse der Reise nach­gezeichnet sowie Entdeckungen zu seiner Zeit in Sowjet­russland präsentiert, die unter anderem auch durch Forschungen in russ­ischen Archiven – als dies 2021 noch möglich war – gewonnen werden konnten. Grosz war als Künstler, der bereits 1918 der KPD beigetreten war, ein besonderer Gast: er nahm gemeinsam mit der KPD-Führung an der 5-Jahres-Feier der russ­ischen Oktober­revolution ebenso teil wie am IV. Kongress der Kommunistischen Internationale (Komintern). Und auch nach seiner Rück­kehr nach Deutsch­land blieb er ein agitatorisch unter­stützender Künstler. Allerdings blieb das Verhältnis zur KPD stets schwierig. Die end­gültige Abwendung erfolgte dann auch erst Ende der 1920er / 30er Jahre. Mittels zum großen Teil noch nie gezeigten originalen Werken von Grosz und Zeit­genossen und historischen Dokumenten werden Zeit und Wirken beleuchtet.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Expertenführung durch die Ausstellung von Dr. Christian Hufen
(ggfs. in russischer Sprache möglich)
Termine: Montags, 17:00 – 18:00 Uhr,
am 5.12.2022, 19.12.2022, 2.1.2023, 16.1.2023, 30.1.2023
Kosten: 20€ / erm. 10€ pro Person (inkl. Eintritt)
Nur mit Anmeldung vorab per E-Mail an office@daskleinegroszmuseum.berlin

Sumpfblumen des Kapitalismus, 1919,
Tusche auf Papier, 50,7 × 35,5 cm, Sammlung Judin
Ich will alles um mich herum ausrotten, was mich einschränkt, dass ich nicht Herr bin, 1922,
(Zeichnung für Blatt 1 der Mappe “Die Räuber”), Tuschpinsel, Rohrfeder, Feder und Tusche, gespritzt auf Papier, 62,7 x 49,8 cm, Sammlung Judin
American Couple, New York, 1932,
Aquarell auf Papier, 62,5 x 43,1 cm, Sammlung Judin

Kommende Ausstellung

The Grey Man Dances
Die „Stick Men“ von George Grosz

Mai – Oktober 2023

1933, unmittelbar vor der Macht­übernahme der National­sozialisten, zog George Grosz in die USA. Fast die Hälfte seines Lebens hat Grosz letztlich in den USA – seit 1938 als amerika­nischer Staats­bürger – gelebt und gearbeitet. An politischer Schlag­kraft hat sein Schaffen in dieser Zeit nicht verloren. Ganz im Gegen­teil. Aus den eigenen Erfahrungen des Ersten Welt­krieges und dem Schock über die Atom­bomben-Abwürfe, die den Zweiten Welt­krieg beendeten, erwuchs ab Mitte der 1940er-Jahre eine Werk­gruppe, die klar und entschlossen vor den Gefahren eines Dritten Welt­krieges warnte: die „Stick Men“ – entmenschlichte, versklavte Gestalten, die durch eine feind­liche, vergiftete Welt irren.

Diese erste Ausstellung nach dem Tod des Künstlers, die aus­schließlich den „Stick Men“ gewidmet ist, wird einen Grosz zu ent­decken geben, der – trotz fehlenden Echos seiner Zeitgenossen – unbeirrt seine politischen Warnungen künstlerisch artikulierte: ein künstlerisches und politisches Statement, das heute leider nicht aktueller sein könnte.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit The Heckscher Museum of Art auf Long Island. Ab dem Frühjahr 2024 wird die Ausstellung in Huntington zu sehen sein – nur wenige Hundert Meter vom letzten Atelier des Künstlers entfernt, in dem auch die „Stick Men“ entstanden sind.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Sprache.

The Enemy of the Rainbow, 1946, (Aus der Serie „The Stick Men), Aquarell und Tusche auf Papier, 64,5 × 48 cm, Sammlung Judin

Das kleine Grosz Museum

Die Bülowstraße: in der Mitte die U-Bahn als Hochbahn, die Straße gesäumt von aneinandergereihten, mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern – und plötzlich ein Bruch. Hausnummer 18. Das Grundstück ist von einer zwei Meter hohen weißen Mauer eingefasst, über die Kirschsträucher, Bambus und mehr als ein halbes Jahrhundert alte Kiefern emporragen. Was sich dahinter verbirgt, ist nur zu ahnen.

Hier hat Das Kleine Grosz Museum sein Domizil in einer spektakulär umgebauten Tankstelle mit herrlich schwungvollem Freidach vom „Standardtyp der Shell AG von 1956“– eine Alltagsarchitekturikone der Nachkriegszeit.

Das Gebäude in der Nähe des Nollendorfplatzes liegt inmitten des Stadtgebiets, das den Kosmos von Grosz und seiner Kunst prägte. In diesem Quartier erlebten die Berliner das verrückte Jahrzehnt zwischen niedergegangenem Kaiserreich und auf­ziehender Diktatur. Im Theater am Nollendorfplatz feierte er seine größten Triumphe als Bühnenbildner für Erwin Piscator und andere bedeutende Theatermacher der Weimarer Republik. Einen Katzensprung entfernt, im „Berliner Sportpalast“, rief Joseph Goebbels 1943 den „totalen Krieg“ aus. Heute hat sich an der nahen Potsdamer Straße die internationale Galerienszene eingerichtet. An deren Ende steht die Neue Nationalgalerie, in der eines der bekanntesten Hauptwerke von George Grosz, „Die Stützen der Gesellschaft“, zu sehen ist.

Außenansicht: Das kleine Grosz Museum ist eine alte Tankstelle.
Foto: Hannah Seibel
Blick ins Innere: Ansicht der Sonderausstellung: "Gross vor Grosz: Die frühen Jahre" (13.5 – 31.10.2022) in Das kleine Grosz Museum
Foto: Hannah Seibel
Foto: Hannah Seibel

Der Schweizer Galerist und Sammler Juerg Judin machte vor gut zehn Jahren aus der alten Tankstelle ein Wohn- und Atelierhaus, das inter­nationalen Ruf erlangte und das 2009 einen Architektur­preis erhielt. Einige Jahre fanden hier an der Bülowstraße Kunst­ereignisse und Ausstellungen statt. Juerg Judin stellt nun dieses Gebäude für Das Kleine Grosz Museum zur Verfügung. Für diesen Zweck wurde es seit 2021 umgebaut.

In der ehemaligen Werkstatt befindet sich nun der Empfang des Museums, an den sich im ehemaligen Verkaufs­raum ein kleines Café anschließt. Östlich befindet sich der zwei­geschossige kantige lang­gestreckte Neubau an, der an gestapelte Container erinnert. Im Erd­geschoss begrüßt eine einführende, multi­mediale Dauer­ausstellung in Leben und Werk an Hand von Fotografien, Original­dokumenten, digitalen Informationen und Werken sowie beispiel­haften Originale die Besucher. Im Ober­geschoss präsentieren sich die jeweiligen aktuellen Ausstellungen.

Das Kleine Grosz Museum ist durch den öffentlichen Nahverkehr optimal erschlossen.

Mehr zur „Tankstelle“ findet sich im reich­bebilderten Beitrag von Thomas Brakel in dem Band „Zwischen City West und Dorf­anger. Stadt­entwicklungs­planung in Tempelhof-Schöneberg 1990-2020“, den das Bezirksamt im vergangenen Jahr herausgegeben hat.

Über George Grosz *1893 †1959

Georg Ehrenfried Groß geboren im Juli 1893 in Berlin. Gestorben 1959 als George Grosz in Berlin.

Dazwischen ein Künstler­leben geprägt von seiner Stadt, aus ihr als entartet vertrieben und doch noch einmal zurückgekehrt.

Im Mai 1916 montiert dieser Georg Groß gemeinsam mit dem zwei Jahre älteren Helmut Herzfeld die erste Fotomontage. Da ist DADA in Zürich gerade drei Monate alt. Aus Groß und Herzfeld werden wenig später der PropaganDa-Da George Grosz und der MonteurDaDa John Heartfield. Als dritter gesellt sich wenig später Heartfields jüngerer Bruder, Wieland Herzfeld(e), dazu. Mitten im Ersten Weltkrieg bietet ab März 1917 der gemeinsam gegründete Malik Verlag den Bildern George Grosz in Mappen und Büchern ihre künstlerische und politische Bühne. Ab diesem Zeitpunkt blickt er mit hartem Strich hinter die brüchige Fassade des Bürgertums und entlarvt das reaktionäre Wesen der Eliten nach dem verlorenen Krieg.

The Menace, 1934,
Aquarell auf Papier, 61 x 44,5 cm, Sammlung Judin

Von Berlin aus reist er 1922 nach Sowjet­russland, um die neue Zeit und Lenin zu treffen. Später wendet er sich vom organi­sierten Kommunismus ab und bleibt doch mit seiner Kunst für die Massen unnachgiebiger Kritiker der herrschenden Verhältnisse.

Aus seinem Berlin vertreiben ihn 1933 die National­sozialisten, vor deren „Führer“ und dessen Unterstützern er bereits seit Anfang der zwanziger Jahre warnte.

Nach Berlin kehrte er schließlich 1959 noch einmal zurück. Desillusioniert von Amerika, wo er zu einem der zehn bedeutendsten amerikanischen Künstler gekürt worden war. Aber er bleibt heimatlos.

George Grosz ist vielleicht der wichtigste Künstler, den diese Stadt hervorgebracht hat. Mit Sicherheit ihr wirkmächtigster künstlerischer Chronist und Porträtist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Nächtlicher Überfall, 1912,
Tuschpinsel, Kreide und Feder auf Papier, 20,8 x 31,2 cm, Sammlung Judin

Mitmachen

Über den George Grosz in Berlin e. V.

Träger des Museums ist der 2015 gegründete Verein George Grosz in Berlin e. V. – in dem sich engagierte, an Kunst und Zeitgeschichte interessierte Menschen unterschiedlicher Profession zusammengefunden haben.

Es liegt in Biografie und im Werk begründet, dass George Grosz in deutschen Museen deutlich untervertreten ist. Der National­sozialismus und seine unsägliche Kulturpolitik haben zur Entfernung seiner Werke aus den damaligen institutionellen Sammlungen geführt. Privat­sammlungen von ins Exil getriebenen oder ermordeten Sammlern sind unwieder­bringlich zerstört. Dieser Verlust ist bis heute in den Sammlungs­beständen spürbar und kaum mehr zu heilen. Berliner Museen haben nach 1945 zwar einige bedeutende Einzelwerke für ihre Sammlungen erworben. Für das umfassende Verständnis dieser Stadt als Ausgangs­ort der fatalsten Krise der Menschheits­geschichte fehlt es jedoch am Ort und am Bestand für die Auseinander­setzung mit einem ihrer hellsten Akteure, seiner Bedeutung für die Stadt und für die (Kunst-) Geschichte.

Der Verein ist bestrebt, diese Lücke zu füllen, um diesem Künstler, seinem Schaffen und seiner Zeit mit privater Initiative und fachlicher Kompetenz kurzfristig einen Kristallisations­ort in Berlin zu schaffen. Dabei soll das Museum nicht einer Historisierung eines Künstlers dienen, sondern seiner streit­baren Persönlich­keit adäquat den lebendigen Austausch zwischen den Generationen und politischen Lagern fördern und sich den gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart stellen.

Im privaten Nachlass verbliebene Werke, einige bedeutende, dem Museums-Projekt zugewandte Privatsammlungen und der weitgestreute Bestand an Werken in deutschen Museen, bilden den reichen Fundus, der in thematischen Aus­stel­lungen das Werk von George Grosz zusammenführen soll.

Für die fachliche Kompetenz steht insbesondere die Person des Vorsitzenden des Vereins, Ralph Jentsch, dem Verwalter des privaten Grosz-Nachlasses und Herausgebers eines ersten Werkverzeichnisses.

Die Museums-Initiative ist jedoch gleichzeitig ein Aufruf an alle öffentlichen Institutionen und engagierte Privat­personen, die dauerhafte Sichtbar­machung dieses Künstlers in und für diese Stadt zu unterstützen.

Spendenaufruf

Der Trägerverein des „kleinen Grosz Museums“, der George Grosz in Berlin e. V., ist auf private Spenden angewiesen, da die Einrichtung und der Betrieb des Museums durch keinerlei institutionelle Förderung unterstützt werden. Eine private Initiative hat das Museum ins Leben gerufen – und will es natürlich am Leben erhalten. Jede Spende ist uns daher herzlich willkommen!

Alle Details zu Spenden und Vorteilen der besonderen Förderung (PDF-Dokument)

Spendenkonto

Kontoinhaber: George Grosz in Berlin e. V.
Kontoverbindung: Berliner Sparkasse
IBAN: DE79 1005 0000 0190 5016 85

 

Kontakt zum Verein

George Grosz in Berlin e. V.
Kurfürstendamm 36
10719 Berlin

Dem Aufruf sind als Förderer bereits gefolgt:

Exklusive Förderer

Matthias Druba, Rechtsanwalt

Logo Kemper Rechtsanwälte

Besondere Förderer

Förderer

Dahm Architekten + Ingenieure GmbH
Dr. Daniel Krause
Dr. Florian Kainzinger
Dr. Peter-Klaus Schuster
Gil Bronner
Hirsch & Lorenz Ingenieurbau GmbH
kappes ipg GmbH

Mayen Beckmann
Ralph Jentsch
Stiftung KUNSTFORUM der Berliner Volksbank gGmbH
T-Base Consulting GmbH
Waldenberger Rechtsanwälte
Weberbank AG
Wolfgang Claussen

Kontakt

Das kleine Grosz Museum

Bülowstraße 18
10783 Berlin

info@daskleinegroszmuseum.berlin
+49 (0) 30 224 396 34

Sprechzeiten:
Montag, Donnerstag und Freitag: 12-16 Uhr

Anfahrt auf Google Maps

Pressekontakt

Träger

George Grosz in Berlin e. V.
Kurfürstendamm 36
10719 Berlin

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